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Ratgeber · Überstunden

Überstunden im Schichtdienst: was wirklich gilt

Die 41. Stunde ist nicht automatisch eine Überstunde, und einen gesetzlichen Zuschlag gibt es in Deutschland gar nicht. Was zählt, steht im Arbeitsvertrag und im Tarifvertrag. Hier ist der Rahmen, den das Arbeitszeitgesetz setzt, und wie du deine Abrechnung prüfst.

Stand: August 2026

Was im Schichtdienst als Überstunde zählt

Überstunden sind die Zeit über deine vertragliche Arbeitszeit hinaus. Das Arbeitszeitgesetz kennt den Begriff nicht einmal: Es begrenzt nur die werktägliche Arbeitszeit auf 8 Stunden, verlängerbar auf 10, wenn der Schnitt in 6 Monaten (oder 24 Wochen) bei 8 Stunden bleibt.

8 → 10 hWerktagsgrenze nach § 3 ArbZG
6 MonateAusgleichszeitraum auf 8 h im Schnitt
0 %gesetzlicher Überstundenzuschlag (es gibt keinen)

Im Schichtdienst heißt das: Eine 10-Stunden-Woche voller Dienste kann völlig legal sein und trotzdem Überstunden enthalten, oder umgekehrt. Vertragliche Stunden und gesetzliche Grenzen sind zwei verschiedene Rechnungen; führe beide.

Welche Grenzen das Gesetz setzt

Maximal 10 Stunden pro Werktag, im 6-Monats-Schnitt höchstens 8, dazu 11 Stunden Ruhezeit zwischen Diensten und die Sonn- und Feiertagsregeln. Wie viele Überstunden du leisten musst, regelt dagegen der Vertrag: Ohne Vereinbarung besteht grundsätzlich keine Pflicht.

Zuschlag: nur wenn er vereinbart ist

Einen gesetzlichen Überstundenzuschlag gibt es nicht. Anspruch auf mehr als den normalen Stundenlohn hast du nur, wenn Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung ihn vorsehen. Viele Tarifverträge tun das (üblich sind 15 bis 40 Prozent), aber die Quelle ist immer der Vertrag.

FrageGesetzVertrag/Tarif
Zuschlag pro Überstundekeiner vorgeschriebenüblich 15 bis 40 % je nach Branche
Tagesgrenze10 h, im 6-Monats-Schnitt 8 hTarif kann strenger regeln
Verfall von AnsprüchenVerjährung 3 JahreAusschlussfristen oft 3 bis 6 Monate

Achtung auf zwei Klauseln: Pauschalabgeltung ("mit dem Gehalt abgegolten", nur in Grenzen wirksam) und Ausschlussfristen, die Ansprüche oft schon nach 3 bis 6 Monaten verfallen lassen. Wer spät nachrechnet, rechnet umsonst.

Auszahlen oder abfeiern?

Beides ist möglich, und es entscheidet die Vereinbarung. Freizeitausgleich ist im Schichtdienst der Normalfall, schon weil er hilft, den 8-Stunden-Schnitt im Ausgleichszeitraum zu halten. Ohne Regelung gilt: erst fragen, dann abfeiern, sonst drohen Konflikte um unbezahlte Stunden.

So prüfst du deine Abrechnung

Drei Schritte: echte Anfangs- und Endzeiten jedes Dienstes festhalten, die Summe der Periode mit deinen Vertragsstunden vergleichen, und die Überstundenposition auf der Abrechnung (Anzahl und Satz) gegen dein eigenes Protokoll halten. Arbeitgeber müssen die Arbeitszeit erfassen.

Stimmen die Zahlen nicht, fordere die Berechnung schriftlich an, und zwar vor Ablauf der Ausschlussfrist. Dein eigenes tägliches Protokoll ist die Basis jeder Nachforderung.

So führt Kuadri die Rechnung

Kuadri zählt jede Minute über deine Vertragsstunden und bewertet sie mit deinem Überstundensatz, zusammen mit Nacht-, Wochenend- und Feiertagszuschlägen. Du siehst den Bruttolohn des Monats vor der Abrechnung und exportierst das Detail als PDF oder CSV.

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Fragen

Habe ich Anspruch auf einen Überstundenzuschlag?

Nur wenn Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung ihn vorsehen. Ein gesetzlicher Zuschlag existiert nicht; gesetzlich geschuldet ist nur die Vergütung der Stunde selbst.

Wie viele Stunden darf ich höchstens arbeiten?

Werktäglich 8 Stunden, verlängerbar auf 10, wenn der Schnitt in 6 Monaten oder 24 Wochen bei 8 bleibt (§ 3 ArbZG). Dazu 11 Stunden Ruhezeit zwischen den Diensten.

"Mit dem Gehalt abgegolten", gilt das?

Pauschalklauseln sind nur wirksam, wenn sie klar begrenzen, wie viele Stunden abgegolten sind. Eine uferlose Abgeltung aller Überstunden ist in der Regel unwirksam; im Zweifel prüfen lassen.

Warum sollte ich selbst Stunden aufschreiben?

Weil Ausschlussfristen Ansprüche oft nach 3 bis 6 Monaten verfallen lassen und du im Streit die geleisteten Stunden darlegen musst. Ein eigenes tägliches Protokoll ist das beste Beweismittel.